Drohender Kahlschlag bei Berufsschulen im Vogtland: Landtagsabgeordnete müssen jetzt Farbe bekennen
„Wer Ausbildungsangebote aus dem Vogtland abzieht, schwächt Wirtschaft, Fachkräftesicherung und den gesamten ländlichen Raum“, erklärt der Landtagsabgeordnete René Standke.
Die bekannt gewordenen Pläne zur Fortschreibung des Teilschulnetzplanes würden das Vogtland hart treffen. Mehr als 240 Auszubildende könnten von Verlagerungen betroffen sein, mehrere etablierte Ausbildungsgänge teilweise oder vollständig aus dem Vogtland verschwinden.
Unter anderem steht die Verlagerung der Ausbildung für Koch und Fachkraft Küche von Falkenstein nach Schneeberg, des dritten Ausbildungsjahres der Fachkraft für Lagerlogistik von Plauen nach Glauchau sowie der Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker und zur Fachkraft für Metalltechnik von Reichenbach nach Zwickau im Raum. Auch in Plauen und beim Bäckerhandwerk drohen weitere Einschnitte.
Wir haben nicht vergessen: Bereits im September 2025 wurde der Antrag auf einen Führerscheinzuschuss für Sachsens Auszubildende im Landtag von der CDU abgelehnt. Damit wurde gerade den jungen Menschen im ländlichen Raum Unterstützung bei etwas verweigert, auf das viele von ihnen schlicht angewiesen sind: Mobilität.
Jetzt sollen Berufsschullehrgänge aus dem Vogtland verschwinden und unsere Jugendlichen noch weitere Wege zur Berufsschule auf sich nehmen. Und dies bei einem öffentlichen Nahverkehr, bei dem teilweise nicht einmal Busverbindungen bestehen, mit denen Auszubildende beispielsweise das BSZ in Glauchau morgens pünktlich erreichen können: „Berufsschulausbildung gehört dorthin, wo Auszubildende und Ausbildungsbetriebe zu Hause sind.“ erklärt Standke.
Des Weiteren erklärt der vogtländische Landtagsabgeordnete René Standke: „Diese Pläne müssen vom Tisch. Wer jungen Menschen immer längere Wege zur Berufsschule zumutet und gleichzeitig von unseren Unternehmen verlangt, Nachwuchs auszubilden und Fachkräfte in der Region zu halten, handelt widersprüchlich und unverantwortlich.
Besonders deutlich wird dies in Reichenbach: Erst Mitte September wurden dort 60 neue Auszubildende im Metallbereich begrüßt, darunter zahlreiche angehende Zerspanungsmechaniker. Wenige Wochen später steht ausgerechnet die Verlagerung dieser Ausbildung nach Zwickau im Raum. Das passt nicht zusammen.
Noch im Februar erklärte Kultusminister Conrad Clemens (CDU), das dezentrale Berufsschulnetz habe sich bewährt und müsse lediglich -punktuell mit Augenmaß- nachgesteuert werden. Er stellte ausdrücklich fest: -Berufsschulen gehören in die Regionen und nicht auf die Streichliste.- An diesen Worten muss sich die CDU-geführte Staatsregierung jetzt messen lassen.
Sind Ausbildungsstrukturen erst einmal abgebaut, lassen sie sich nicht auf Knopfdruck wiederherstellen. Wer heute Ausbildung zentralisiert, darf sich morgen nicht über fehlende Auszubildende und Fachkräfte in der Region beklagen.“
Standke fordert deshalb die vogtländischen Abgeordneten der anderen im Sächsischen Landtag vertretenen Parteien auf, sich gegenüber Staatsregierung und Kultusministerium für den Erhalt der betroffenen Ausbildungsangebote einzusetzen.
„Hier trägt jeder einzelne Abgeordnete aus dem Vogtland persönliche Verantwortung. Es geht um die Zukunft unserer Heimat und darum, welche Strukturen wir kommenden Generationen hinterlassen. Jeder sollte sich fragen, ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, heute Entscheidungen mitzutragen, die morgen kaum noch rückgängig zu machen sind.
Gleiches erwarte ich von Landrat Thomas Hennig (CDU). Der Vogtlandkreis muss gegenüber dem Freistaat mit Nachdruck für den Erhalt dieser Ausbildungsangebote eintreten.
Wir können nicht über Fachkräftemangel, demografische Probleme und die Stärkung des ländlichen Raumes reden und gleichzeitig die dafür notwendige Infrastruktur abbauen.
Als Landtagsabgeordneter werde ich mich dafür einsetzen, dass die geplanten Einschnitte nicht umgesetzt werden. Berufliche Ausbildung gehört ins Vogtland – und sie muss dort auch bleiben.“
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