Kul­tur im Vogt­land ret­ten statt Struk­tu­ren zer­schla­gen – Stand­ke wider­spricht CDU-Abge­ord­ne­tem Voigt

“Ange­sichts der teils dra­ma­ti­schen Finanz­la­ge vie­ler Kom­mu­nen könn­te die Vogt­land Kul­tur GmbH unse­re letz­te rea­lis­ti­sche Chan­ce sein, die kul­tu­rel­le Infra­struk­tur im Vogt­land dau­er­haft zu erhal­ten”, erklärt der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Kreis­rat René Stand­ke.

Mit deut­li­cher Kri­tik reagiert Stand­ke auf die Äuße­run­gen des CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Sören Voigt, der ange­sichts der jüngs­ten Per­so­nal­strei­tig­kei­ten selbst eine Auf­lö­sung der Vogt­land Kul­tur GmbH als mög­li­che Opti­on ins Gespräch gebracht hat.

“Wer eine sol­che Gesell­schaft infra­ge stellt, soll­te zuerst erklä­ren, was danach kom­men soll. Wer betreibt künf­tig unse­re Kul­tur­häu­ser, Muse­en und ande­ren Ein­rich­tun­gen? Wer bezahlt Per­so­nal, Unter­hal­tung und Betrieb? Und wel­che Gemein­de soll das ange­sichts lee­rer Kas­sen noch allein stem­men? Herr Voigt stellt eine weit­rei­chen­de Mög­lich­keit in den Raum, ohne im betref­fen­den Zei­tungs­ar­ti­kel eine trag­fä­hi­ge Alter­na­ti­ve auf­zu­zei­gen. Das lässt die not­wen­di­ge Weit­sicht ver­mis­sen!”

Die Vogt­land Kul­tur GmbH ist nicht das Pro­blem – sie könn­te viel­mehr unse­re letz­te Mög­lich­keit sein, die kom­mu­na­le Kul­tur dau­er­haft zu sichern.

Stand­ke for­dert des­halb, die Gesell­schaft zu einer zen­tra­len orga­ni­sa­to­ri­schen und finan­zi­el­len Schutz­schirm­ein­rich­tung für die vogt­län­di­sche Kul­tur­land­schaft wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

“War­um soll jede Gemein­de eige­ne Ver­wal­tungs­struk­tu­ren, Buch­hal­tung und Gesell­schaf­ten unter­hal­ten, wenn sich vie­le Auf­ga­ben gemein­sam effi­zi­en­ter orga­ni­sie­ren las­sen? Fach­kom­pe­ten­zen bün­deln, För­der­mit­tel pro­fes­sio­nell ver­wal­ten, Kos­ten sen­ken und gleich­zei­tig die kul­tu­rel­le Eigen­stän­dig­keit der Gemein­den bewah­ren – dar­in liegt die Zukunft!”

Auch für wei­te­re Kom­mu­nen und Kul­tur­ein­rich­tun­gen könn­ten sol­che gemein­sa­men Struk­tu­ren eine Per­spek­ti­ve bie­ten.

Kul­tur ist Hei­mat – und kein gewöhn­li­cher Haus­halts­pos­ten!

“Kul­tur kos­tet Geld. Das war schon immer so. Aber wir erhal­ten unse­re Muse­en, Musik­schu­len und his­to­ri­schen Ein­rich­tun­gen nicht, weil sie Gewin­ne erwirt­schaf­ten müs­sen. Wir erhal­ten sie, weil sie unse­re Geschich­te, unse­re Iden­ti­tät und unse­re Hei­mat ver­kör­pern. Kul­tur gehört allen Men­schen und muss auch für kom­men­de Gene­ra­tio­nen erhal­ten blei­ben.”

Stand­ke erin­nert dar­an, dass Kul­tur­pfle­ge in Sach­sen gesetz­lich ver­an­kert ist und auch der Frei­staat Ver­ant­wor­tung für deren För­de­rung trägt.

“Herr Voigt sitzt für die CDU im Säch­si­schen Land­tag. Dort wer­den wesent­li­che finan­zi­el­le Rah­men­be­din­gun­gen für unse­re Kom­mu­nen gesetzt. Anstatt über die mög­li­che Auf­lö­sung einer Kul­tur­ge­sell­schaft zu phi­lo­so­phie­ren, soll­te die Fra­ge beant­wor­tet wer­den, wie unse­re Städ­te und Gemein­den ihre kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen künf­tig über­haupt noch finan­zie­ren kön­nen.”

Per­so­nal­strei­tig­kei­ten sind kein Grund, eine gan­ze Kul­tur­ge­sell­schaft infra­ge zu stel­len!

Die jüngs­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen müss­ten auf­ge­ar­bei­tet wer­den, statt dar­aus vor­schnell eine Exis­tenz­de­bat­te abzu­lei­ten.

“Wenn es Pro­ble­me mit Per­so­nal, Füh­rung oder Zustän­dig­kei­ten gibt, muss man deren Ursa­chen erken­nen und besei­ti­gen. Man stellt doch nicht gleich eine gan­ze Gesell­schaft infra­ge, nur weil es inner­halb die­ser Gesell­schaft Kon­flik­te gibt!”

Zugleich for­dert Stand­ke mehr Ver­trau­en in eine pro­fes­sio­nel­le Geschäfts­füh­rung: “Bür­ger­meis­ter müs­sen den gesam­ten Gemein­de­haus­halt im Blick behal­ten. Aber eine Kul­tur­ge­sell­schaft braucht Fach­leu­te, die wirt­schaft­lich den­ken, eigen­ver­ant­wort­lich han­deln und die Gesell­schaft wei­ter­ent­wi­ckeln, ohne dabei ihren kul­tu­rel­len Auf­trag aus den Augen zu ver­lie­ren. Dafür brau­chen sie den not­wen­di­gen Hand­lungs­spiel­raum und den Rück­halt der Gesell­schaf­ter.”

Stand­ke for­dert ein kla­res Bekennt­nis zur Vogt­land Kul­tur GmbH: “Wir brau­chen kei­ne vor­schnel­len Auf­lö­sungs­de­bat­ten, son­dern eine star­ke Kul­tur­ge­sell­schaft mit Zukunft. Die ent­schei­den­de Fra­ge ist nicht, wel­cher Par­tei jemand ange­hört, son­dern wie die kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen unse­rer Städ­te und Gemein­den lang­fris­tig erhal­ten und finan­ziert wer­den kön­nen.”

“Kul­tur ist Hei­mat. Wer ihre Zukunft aufs Spiel setzt, gefähr­det ein Stück unse­rer Geschich­te. Des­halb gilt für mich: Die Vogt­land Kul­tur GmbH stär­ken, ver­bes­sern und aus­bau­en – statt sie ohne trag­fä­hi­ge Alter­na­ti­ve zur Dis­po­si­ti­on zu stel­len!”

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