Vol­les Foy­er, kla­re Wor­te: Über 200 Bür­ger beim Dia­log in Mark­neu­kir­chen

Auch außer­halb von Wahl­kampf­zei­ten suchen die AfD-Abge­ord­ne­ten den direk­ten Aus­tausch mit den Bür­gern. Wie groß das Inter­es­se dar­an ist, zeig­te sich am Mitt­woch­abend im Foy­er der Musik­hal­le Mark­neu­kir­chen: Mehr als 200 Besu­cher kamen zum Bür­ger­dia­log – die Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät war erreicht.

Im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Land­tags­frak­ti­on vor Ort“ dis­ku­tier­ten der säch­si­sche AfD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Jörg Urban, der vogt­län­di­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te René Stand­ke und als Gast der Wei­ser unter dem Mot­to „Was Sach­sen braucht“ mit den Gäs­ten. Durch den Abend führ­te Ange­li­na Per­til­ler, die mit ihrer char­man­ten und sou­ve­rä­nen Mode­ra­ti­on Raum für kla­re Posi­tio­nen und einen leben­di­gen Aus­tausch schuf.

Der gro­ße Zuspruch knüpf­te an die gut besuch­ten Bür­ger­dia­lo­ge der ver­gan­ge­nen Mona­te an. In Mark­neu­kir­chen wur­de erneut deut­lich: Das Inter­es­se am per­sön­li­chen Gespräch mit den Abge­ord­ne­ten ist unge­bro­chen. Beson­ders die fun­dier­ten und detail­lier­ten Fra­gen der Besu­cher präg­ten den Abend. Die Bür­ger woll­ten es genau wis­sen – und nutz­ten die Gele­gen­heit, poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen zu hin­ter­fra­gen und kon­kre­te Ant­wor­ten ein­zu­for­dern.

Die The­men reich­ten von der Wirt­schafts- und Ener­gie­po­li­tik über Büro­kra­tie und Migra­ti­on bis zur Auf­ar­bei­tung der Coro­na-Zeit. Urban, Wei­ser und Stand­ke ver­ban­den ihre Kri­tik an Bun­des- und Lan­des­re­gie­rung mit ihren Vor­stel­lun­gen für einen poli­ti­schen Kurs­wech­sel. Dabei wur­de auch die Ver­ant­wor­tung der CDU für Ent­schei­dun­gen ange­spro­chen, mit deren Fol­gen sich die AfD in ihrer par­la­men­ta­ri­schen Arbeit aus­ein­an­der­setzt.

Beson­ders inten­siv dis­ku­tiert wur­de über den ver­ant­wor­tungs­lo­sen Wind­kraft­aus­bau. Stand­ke berich­te­te über die Initia­ti­ven der AfD im Säch­si­schen Land­tag gegen den Aus­bau und über die Aus­ein­an­der­set­zung im Vogt­land­kreis. Im Mit­tel­punkt stand dabei eine Fra­ge, die weit über den Bau neu­er Anla­gen hin­aus­reicht: Wer trägt am Ende die Ver­ant­wor­tung für deren Rück­bau und die damit ver­bun­de­nen Kos­ten?

René Stand­ke kri­ti­sier­te, der CDU-Land­rat sei bei die­sem The­ma kom­plett abge­taucht. Der AfD-Antrag zu den Rück­bau­kos­ten von Wind­kraft­an­la­gen sei im Kreis­tag nicht zur Behand­lung zuge­las­sen wor­den. Die Frak­ti­on wer­de des­halb Kla­ge ein­rei­chen. Damit mach­te Stand­ke deut­lich, dass die AfD die Klä­rung die­ser Fra­ge wei­ter­ver­fol­gen und sich mit der Nicht­zu­las­sung ihres Antrags nicht abfin­den wer­de.

Jörg Urban ver­ur­teil­te die Abhän­gig­keit der erneu­er­ba­ren Ener­gien von staat­li­cher För­de­rung. Nach sei­ner Ein­schät­zung wer­de das gegen­wär­ti­ge Sys­tem durch groß­zü­gi­ge Sub­ven­tio­nen auf­recht­erhal­ten.

Mathi­as Wei­ser rich­te­te den Blick auch auf die schrump­fen­de Wirt­schaft und die Fra­ge, wel­che Maß­nah­men und poli­ti­schen Ver­än­de­run­gen nötig sei­en, um Unter­neh­men wie­der ver­läss­li­che Per­spek­ti­ven zu geben.

Auch die Auf­ar­bei­tung der Coro­na-Poli­tik beschäf­tig­te die Besu­cher. Urban berich­te­te über die Arbeit der AfD-Frak­ti­on im Land­tag und the­ma­ti­sier­te die Fol­gen der dama­li­gen Ent­schei­dun­gen, ins­be­son­de­re für jun­ge Men­schen.

Der Aus­tausch ende­te kei­nes­wegs mit der letz­ten Fra­ge aus dem Publi­kum. Zahl­rei­che Gäs­te nutz­ten anschlie­ßend die Gele­gen­heit zum per­sön­li­chen Gespräch mit den Abge­ord­ne­ten. Erst gegen 22 Uhr ging die Ver­an­stal­tung nach mehr als drei Stun­den zu Ende.

Der Abend in Mark­neu­kir­chen mach­te deut­lich, was kon­ti­nu­ier­li­che Prä­senz vor Ort bedeu­tet: den Men­schen zuhö­ren, Fra­gen beant­wor­ten und die Anlie­gen der Bür­ger in die Par­la­men­te tra­gen.

Für die AfD-Abge­ord­ne­ten gehört die­ser Aus­tausch nicht nur zur lau­fen­den Man­dats­ar­beit, son­dern ist inne­re Moti­va­ti­on ganz nah an den Men­schen zu sein – auch dann, wenn kei­ne Wah­len vor der Tür ste­hen.

Bür­ger­nä­he braucht Ver­läss­lich­keit. Wer die Men­schen um Ver­trau­en bit­tet, wird sich Zeit für sie neh­men, ihre Anlie­gen anneh­men und an deren Lösung arbei­ten. Genau dafür ste­hen die­se Bür­ger­dia­lo­ge – das gan­ze Jahr über.

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